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Donnerstag, 21. Januar 2010

Nachtrag: Weihnachten in Paraguay

Jetzt geht es aber mal ein wenig voran, denn gerade eben haben wir ein wenig mehr Zeit, so dass ihr auch die nächsten Tage neue "Nachträge" lesen könnt.

Angekommen in Argentinien war es leider schon recht spät, so dass wir direkt an der Grenze im kleinen Ort "La Quinca" übernachten mussten. Auch dieser Ort hat nicht viel zu bieten, außer vielen geschlossenen Restaurants und einem geöffneten Restaurant, in dem der Koch aber nicht zur Arbeit erscheint und in dem es deswegen auch nur Sandwiches und Pizzas gibt. Zusammen mit Pat, einem netten, neuen Bekannten aus der Nähe von Wales, gingen wir dann trotzdem dorthin. Schließlich wäre die einzige Alternative gewesen im Restaurant unserer Herberge zu essen, wo sich allerdings Pat eine leichte Lebensmittelvergiftung geholt hat. In der Gaststätte trafen wir dann auch noch unsere Komplizen beim Vordrängeln an der Grenze wieder (die mir auch freundlicher Weise ihre Gitarre zur Verfügung stellten bis 5 Minuten später der Zöllner ihre Papiere brachte und sie sich auf den Weg machten). Sie hatten auf Grund der langen Wartezeit ihren Bus nicht mehr erreicht und warteten jetzt auf den Nachtbus.
Zusammen war es ein ganz gemütlicher Abend bei leckerem "Quillmes Stout"-Bier... wirklich sehr, sehr lecker!

Aber auch das Bier konnte uns am nächsten Tag nicht aufhalten, so dass wir weiter nach Jujuy (ausgesprochen klingt das ungefähr so, als würde man jubelnd in einer Achterbahn sitzen, so dass der Name eigentlich immer von uns mit einem leichten Schmunzeln ausgesprochen wird). Von unserer ersten Parrillada in Argentinien hatte ich mir irgendwie mehr erhofft. Das eine Stück war zwar wirklich lecker, aber der Rest der Platte war mit gefülltem Magen und trockenem Hühnchen belegt.
Da nun ein wirklich langes Stück Weg vor uns lag bis nach Asuncion suchten wir uns frühzeitig in "ChuChuiii" ein Hotel. Und da wir mittlerweile von Parrilladas und Lomo Saltado wirklich genug hatten, gönnten wir uns aus dem Supermarkt leckeren Schinken, Käse, Oliven und ein Fläschchen Sekt. Schließlich hatten wir ein wunderschönes (nicht allzu billiges) Zimmer mit Tisch und Stühlen. Das muss gefeiert werden (auch wenn eine Klarglas-Klotür schon sehr gewöhnungsbedürftig ist)!

Schmausen im Hotelzimmer...

So gestärkt hofften wir am nächsten Tag bis Resistencia zu kommen. Dabei unterschätzten wir die Distanz aber etwas, so dass es schon dunkel war als wir in Presidencia (170 km vor Resisitencia) ankamen und nach einem Hotel suchten. Die unverschämten Preise in dem von uns zuerst auserwählten billigem Hotel trieben uns dann direkt in die Arme des 4-Sterne-Krabbeltier-Hotels. Zu erschöpft von der langen, langweiligen, geradeaus Fahrt durch schwüle, heiße Regionen, bemerkte ich die mehreren hundert teils toten, teils noch lebendigen Käfer auf dem roten Teppichboden erst nicht und staunte dementsprechend nicht schlecht, als mich Christina später darauf hinwies. "Egal, dann kommt eben ein Handtuch unter die Tür!" Weshalb dieses Hotel 4 Sterne hatte blieb uns übrigens auch ohne Käfer rätselhaft! Stichwort: Tote Tiere auf dem Frühstückstisch (nicht der Schinken!) und auch ansonsten ziemlich ungepflegt und dreckig mit schlechtem Service.

Argentinisches 4-Sterne Hotel

Jetzt nur schnell weiter nach Asuncion. Das einzige was uns noch aufhielt war die Hitze, die uns immer wieder zu Pausen zwang (nicht nur wir sondern auch die Mopeds liefen heiß), die häufigen Polizeikontrollen (Ortsein- und Ortsausgang: Pass, Führerschein, Fahrzeugschein, Versicherung, Zolldokumente, Impfausweis, ....), die zuerst nicht auffindbare Grenze und zu guter letzt auch noch die dehydrierte Batterie der Alpi, die uns zwang das Biest jedesmal wieder anzuschieben. Doch alles konnte geregelt werden und kaum dass wir die Grenze nach Paraguay überschritten hatten kam auch ENDLICH ein erfrischender kleiner Regenschauer. Was habe ich innerlich dabei auf meinem Moped gejubelt!

So jetzt sind wir also in Paraguay und wohin nun? Keine Straßenkarte von Asuncion, keinen Reiseführer, keine Adresse... nur eine in kyrillisch beschriftete Militärkarte von 1985 im Maßstab 1:500000 und eine Alpi die angeschoben werden wollte und die ich deshalb - selbst bei der Hitze in Paraguay - nicht ausmachte. Irgendwann würgte ich sie dann aber doch ab, als ich wegen eines Autos stark bremsen musste, doch etwas besseres hätte uns gar nicht passieren können. Sofort hielt einer der vielen Motorradfahrer aus Asuncion (den ich vorher noch freudlich gegrüßt hatte) an und fragte, ob er uns helfen könne. Von da an half er uns bei allen erdenklichen Sachen in den nächsten Tagen (Hotel, Essen, Adressen ausfindig machen, Geldautomat,...) und das obwohl er auch noch von früh bis spät als Busfahrer unterwegs war. Als er sogar unsere Einladung zum Abendessen ablehnte und nur meinte "Tranquillo!" (Ruhig!) hatten wir ein bisschen ein schlechtes Gewissen, da wir ihm anfangs finanzielle Motive unterstellten. Schließlich ist Paraguay das ärmste Land in Südamerika, doch nach unserer Erfahrung (nicht nur wegen José) ist es auch das Land mit den freundlichsten und hilfsbereitesten Einwohnern. Bitte nicht falsch verstehen, gemessen an europäischen Maßstäben sind hier sowieso alle hilfsbereit.

Mit Josés Hilfe fanden wir dann auch heraus, wo unsere Ersatzteile für die Mopeds in Asuncion waren, als ich dann aber hinfahren wollte um sie abzuholen war leider niemand da. Und da ich unterwegs mit der DR (die Vorderbremse ist für mich gewöhnungsbedürftig) wegrutschte, brachte ich statt Luftfilter und Co nur einen angeschrammten Ledergürtel, einen ordentlichen blauen Fleck (die Motorradhose mit den Polstern hatte ich wegen der unglaublichen Hitze nicht angezogen), ein Loch in meinem Jackenärmel und einen verbogenen DR-Lenker mit halb abgebrochenem Kupplungshebel mit. (Es ist also nichts schlimmes passiert.) Inzwischen haten wir auch alle nötigen Adressen um uns mit Mirtha, Emanuel und Adriana an Wiehnachten zu treffen, so dass wir das abholen der Teile auf nach Weihnachten verschoben. Auf der Fahrt nach San Bernadino wurden wir noch von Polizisten an einer Kontrollstation angehalten. Wir dachten uns schon: "Oh bitte nicht alle Dokumente sehen wollen! Das dauert lange und hier ist kein Schatten!". Aber die Beamten wollten einfach nur ein Foto mit uns, dann durften wir auch schon weiter. Wir ireal diese Situation auf uns wirkte sieht man auch gut an Christinas Gesichtsausdruck.

Keine Kontrolle, nur ein Foto...?!?
Christina und Mirtha

Weihnachten verbrachten wir dann bei ca. 38 Grad mit 70% Luftfeuchtigkeit im Hotel "Los Alpes" in San Bernadino. Wir schafften es sogar noch ein paar Empanadas an Heilig Abend aufzutreiben, so dass der Tisch (zusammen mit dem vorbestellten Kalten Buffet von Mirtha) reichlich gedeckt war. Mirtha musste dabei dann auch die Abmachung erfüllen einmal auf der DR mitzufahren, während Emanuel es denke ich genoß auf der Alpi mitfahren zu können (Ebenso wir ihm die kurze Fahrt auf der Alpi gefallen hat, als ich das Biest anschob und er zurück fuhr. An Emanuel: Du warst übrigens der einzige außer uns, der eines unserer Motorräder in Südamerika fahren durfte - wenn auch nur kurz.)
So richtig Weihnachtsstimmung kam aber bei Christina und mir nicht auf. Es ist einfach ein seltsames Gefühl, wenn man an Heilig Abend um 11 Uhr nochmal in den Pool springt, weil man sonst die Hitze nicht mehr aushält.

Heilig Abend in San Bernadino
Hotel "Los Alpes"

An den nächsten Tagen wollten wir dann in dem wunderschönen Hotel, mit üppigem Buffet und leckerem Frühstück am Pool entspannen. Dabei holten wir uns aber schon nach sehr, sehr kurzer Zeit einen Sonnenbrand, der sich gewaschen hatte. Von da an waren wir weniger draußen (wo ich mich sicherheithalber nun langärmlig kleidete) als drinnen. Entspannen konnten wir aber dank Klimaanlage trotzdem. Einzig die Frage wie wir weitermachen beschäftigte uns, bis wir uns schließlich dazu entschlossen nicht nach Chile, Patagonien und Feuerland zu fahren. Statt dessen beschlossen wir die Reise früher als geplant zu beenden, da uns zum einen etwas das Heimweh plagte und zum anderen, weil wir nicht mehr sehr aufnahmefähig für neue Eindrücke waren. Außerdem schaffte uns die Etape von Bolivien nach Asuncion ganz schön, so dass wir auf keinen Fall die ganze Strecke nochmal zurück fahren wollten. Lieber wollten wir an die Sträne Brasiliens und dort unseren "Companero de ruta" Guido auf seinem Zeltplatz besuchen, uns auf dem Weg die Iguacu Wasserfälle anschauen und dann durch Uruguay nach Buenos Aires fahren um dort das Ende der Rallye Dakar zu sehen. Patagonien und Feuerland werden uns nicht weglaufen, genauso wie die Atakamawüste nicht plötzlich überflutet werden wird.

Also kurz gefasst: Wir kommen heim!

Bevor wir uns auf den Weg machten besuchten wir mit Mirtha aber noch einen Freund (ursprünglich aus Wien) in Asuncion und holten unsere Ersatzteile bei Nico ab. Eigentlich wollten wir den Luftfilter der Alpi gleich austauschen, aber die zwei netten Männer in dem ansonsten gut ausgerüsteten Motorradgeschäft (wir konnten uns akzentfrei auf Deutsch unterhalten, da sie deutsche Vorfahren und Deutsch in der Schule hatten) meinten, dass in Paraguay sowas wohl nicht zu bekommen sei (fast genauso schwierig sei es mit 10W-40 für Motorräder). Der Versuch mit einer Sprühflasche 20W-50 auf den K&N-Filter zu bekommen scheiterte ebenfalls kläglich. Immerhin konnte die Batterie der Alpi mit Wasser versorgt werden, so dass das Anschieben (erstmal) vorbei war.

Paraguay

Die weitere Reise durch Paraguay war geprägt von enormer Hitze, hoher Luftfeuchtigkeit und einem wirklich sehr erfrischenden und heftigem Regenschauer mit anschließendem Regenbogen. Außerdem stieß ich noch auf einen sehr begriffsstutzigen Polizisten, der irgendetwas von mir sehen wollte. Da ich jedoch nicht verstand was es war wurde es kompliziert: Ich fragte nach und nach, ob er dies oder jenes meinte und sagte ihm immer wieder dass ich nicht wüsste was er meint, da ich das Wort nicht verstehe. Ich gab ihm sogar mein Wörterbuch, damit er mir das Wort (ich hatte ja auch keine Ahnung wie man das Wort, das ich nicht ansatzweise verstand, schreibt) dort zeigen könnte und ich im endlich dieses verflixte Dokument zeigen könnte. Die alphabethische Sortierung und das Vorhandensein zweier verschiedener Sprachen in einem Buch irritierten ihn aber nur, so dass er immer nur stumpf und stur wiederholte "Tiene o no tiene?" (Haben Sie oder haben Sie nicht?). Na gut das kann ich auch: Ich wiederholte dann nur ebenso stur: "No sais, porque no lo entiendo!" (Ich weiß es nicht, weil ich es nicht verstehe!). Christina kam zum Glück besser mit "ihrem Beamten" zurecht, so dass er einfach irgendwann dem anderen Bescheid gab (mit Verlaub) endlich die Klappe zu halten.

An der Grenze ließen wir uns schließlich das erste Mal von "Schleppern" abzocken. Als es uns klar wurde machten wir ihnen das immerhin noch deutlich, worauf sie teils mit schelmischem Grinsen antworteten. Uns war es aber zu anstrengend weiter zu diskutieren, also nur schnell ab nach Brasilien. Doch Moment mal: "Chissa, komm zurück! Der Zoll ist hier!" Und dann hieß es erstmal ein paar Stunden auf den einzigen Zollbeamten warten, der unser Anliegen bearbeiten kann...

Bilder gibt es wieder hier.

Zur Heimreise: Da Flüge wirklich ziemlich teuer sind und wir dann auch noch eine sehr teure Motorradverschiffung bezahlen müssten, haben wir entschieden mit einem Frachtschiff zurück zu fahren. Auf diese Weise wartet doch noch ein 25-Tägiges kleines Abenteuer auf uns und die Heimfahrt bleibt auf Grund der geringen Transportkosten für die Motorräder bezahlbar. Allerdings bedeutet das auch, dass wir zwar am Montag (oder Dienstag oder Mittwoch) hier los fahren, aber erst irgendwann Mitte Februar in Hamburg ankommen. Auf unserem Weg liegen einige Häfen in Brasilien und Uruguay und Dakar im Senegal. Ob wir von den Städten mehr als das Panorama sehen hängt jedoch vom Schiff ab und wie lange es im Hafen bleibt (teilweise weniger als 6 Std.). Auf dem Schiff gibt es im Übrigen nicht viel (kein Internet, kein Telefon, kein Pool oder Sonnendeck). Mit ein wenig Glück gibt es eine kleine Bibliothek und eine Tischtennisplatte in einem kleinen Fitnesraum...

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Nachtrag: Machupicchu und Abschied von Peru

Christina: Im Cafe Punchay in Cusco haben wir Andreas, Stefan und noch "Andreas 2" kennen gelernt und beschlossen, die 2-Tages-Tour nach Machupicchu über Stefan (und Simon) zu buchen und gemeinsam mit Andreas zu machen.
Am nächsten Morgen gings dann mit einem 16-Personen-Kleinbuis (die Rede war vorher von 8 bis 12 Personen gewesen) mit viel zu engen Sitzen für uns grosse Europäer los. Der Pass, über den es dann erst mal Richtung Dschungel ging (wir hatten die längere Fahrt durchs Grüne gebucht), war dann zum Glück doch keine 5600m hoch wie beschrieben, sondern nur 4200, so dass wir keinen Sauerstoff brauchten... (Und meine Aufregung in der Nacht davor umsonst war).
Angekommen in Santa Theresa (wohin man übrigens auch ganz toll selbst mit den Moppeds hätte fahren können) gabs erst mal Almuerzo in einem "Gourmet Restaurant". Und wie es sich für Gourmets gehört, waren alle Portionen im Miniaturformat.
Dann stellte sich unser äussert unmotivierter und muffeliger Guide vor: "Hola amigos usw." Von Andi und uns wurde er dann später nur noch "Locke, der Quotenperuaner" genannt. Mit dem Zug gings dann nach Aguas Calientes, wo wir zum Glück dann später einen netteren, englischsprachigen Guide zugeteilt bekamen. Unser Hotel war genauso heruntergekommen, wie wir es irgendwie schon erwartet hatten (die Tour war bisher eben schon etwas anders verlaufen als geplant). Die Bettlaken waren nicht frisch, aber ein Bett war immerhin fleckenfrei. Immerhin wollten wir sowieso nur 5 Stunden oder so schlafen, denn um 4 Uhr nachts war bereits Abmarsch. Zu Fuss ging es hoch nach Machupicchu. Die 1,5 Stunden Treppensteigen im Morgengrauen waren echt anstrengend, haben sich aber echt gelohnt. (An alle Kollegen: Bitte meine Wiederholungsfehler nicht anstreichen, die Alex die ganze Zeit bemängelt, immerhin ist es schon gleich halb zehn Abends nach einem anstrengenden Tag).
Unterwegs trafen wir noch Christoph den schweizer Goth-Metaller, der dank Höhentraining in Quito wesentlich fitter war als wir. Genauso wie Paul, der Rentner aus Oslo, der uns auch eiskalt stehen lassen hätte können - wenn er gewollt hätte. (genug Konjunktive).

Andreas, Paul und Christoph

Alex: Warum hat es sich eigentlich gelohnt so früh aufzustehen und Treppen zu steigen?
  1. Natürlich um Machupicchu schon morgens zu sehen und etwas mehr Zeit auf dieser grossen Anlage zu haben.
  2. Um vor dem faulen Touristenpack, dass um 6 Uhr mit dem Bus hochkommt an der Kasse zu stehen.
  3. Um vor den ganzen Tagesausflüglern, die um 10 Uhr einströmen, noch etwas Ruhe zu haben.
Das Wetter in Machupicchu war anfangs noch sehr nebelig, was dem Ganzen irgendwie eine mystische Athmosphäre verlieh, so dass die Führung mit unserem tollen Guide Alex, nicht nur wegen seines vollen Körpereinsatzes beim Gestikulieren und seiner guten Laune, wirklich interessant war. Er erzählte uns von den Inkas, die die Stadt verlassen und die Zugangswege zerstört hatten, um die Stadt vor den Spaniern zu schützen (was auch 400 Jahre lang gelang) und vom Entdecker Hiram Bingham der MachuPicchu dann Anfang des 20 Jahrhunderts leerräumte. Machupicchu war übrigens nie völlig fertig gestellt worden (nur ca. 80 Prozent). In der Stadt selbst wohnten nur ca 500 Menschen der Oberschicht. Andere durften selbst nach langer Pilgerreise nicht durch das Eingangstor und mussten im "Hostel" davor übernachten. An der Anlage arbeiteten aber um die 2000 Menschen (keine Sklaven, sondern bezahlte Arbeiter) mit einer ähnlichen Technik wie einst die Ägypter. Neben dem Eingangstor zeigte uns Alex unter anderem auch den Sonnen- und den Wassertempel, die "3 Fenster", eine alte Felsminiatur von MachuPicchu, den Tempel der Pachamama, die Schule, das Klo vom 9. Inka Pachacuti Yupanki (das einzige in der ganzen Anlage), die Terrassen, Intiwatna (Übersetzt Quechua: "der Ort an dem die Sonne angebunden wird", ein Stein der bei Werbeaufnahmen vor einigen Jahren beschädigt wurde) und noch einiges mehr.

Machupicchu

Schliesslich verzog sich langsam auch der Nebel und wir sind nach der Führung zuerst in Richtung Sonnentor hochgelaufen (da wir uns leicht verlaufen haben und die Inkabrücke nicht fanden) . Wir sind zwar nicht ganz hochgelaufen, doch auch von unterwegs bot sich ein wunderschöner Blick auf die Ruinen. Danach wollten wir endlich auf den Gipfel des Waynapicchu (auf der anderen Seite der Ruinen, ebenfalls wieder 800 Höhenmeter). Mittlerweile tat mein linkes Knie, bzw. ein Muskel, der die Lust am Laufen verlor schon einigermassen weh. Trotzdem habe ich mich mit Christina über steile Treppen, durch enge Höhlen und über Leitern hochgequält... Und es hat sich gelohnt. Einzig die peruanische Airforce gönnte mir meinen Triumph nicht und versuchte mich mit ihrer Armada riesiger Stechfliegen zu vertreiben (was ihr auch gelang). Vor dem Abstieg hatten wir schon etwas Bammel, doch auf den Bildern sieht er etwas schlimmer aus, als er tatsächlich ist. Mit richtiger Höhenangst kann man sich den Gang zum Waynapicchu dennoch sparen.

Abstieg vom Waynapicchu

Nach dem schnellen und für mich schmerzhaften (Knie wurde immer schlimmer) Abstieg ging es schnell zum Eingang, wo Andreas auf uns wartete und wir den nächsten Bus nach Aguas Calientes nahmen. Um 2 Uhr ging nämlich auch schon unser Zug (diesmal Luxuszug) zurück nach Oyantaytambo. Eigentlich sollten wir dort von einem Taxi abgeholt werden. Dieses liess sich aber nicht blicken weswegen wir kurzerhand ein eigenes Taxi nach Cusco nahmen.

Schulkinder auf dem Heimweg

Christina: Wegen dieser Patzer bei der Tour-Organisation bekamen wir als Entschädigung von Stefan und Simon am nächsten Tag eine kostenlose Tour nach Maras und Moray mit eigenem Chauffeur. Der Ausflug war echt schön, so dass Andreas und wir wieder besänftigt waren. Nur das Coca-Bier hilft zwar gegen alles Schlechte und ist für alles Gute gut, doch schmecken tut es gar nicht!

Lecker Coca-Bier

Alex: Dann kam das eigentliche Highlight in Cusco: frische Thüringer Bratwürste - selbst gegrillt: lecker, auch wen der Grill zu wünschen übrig liess. Danach ging es dann ins Nachtleben von Cusco, das mit schlechter Musik glänzte, so dass unser einziges Ziel freie Getränke waren (und Christina immer wieder beim DJ zu finden war um ihn davon zu überzeugen bessere Musik aufzulegen: Mässiger Erfolg, immerhin ein Mal AC/DC!). Die Nacht schlug sich bei uns am nächsten Tag in Unlust und Kopfschmerzen nieder. Immerhin konnten wir noch sehen nach dem billigen Fusel, den Chrissa organisierte. Also wurde es nichts mit schrauben, Blog schreiben und so weiter. Wenigstens schaffte ich es dann um 4 noch zum Deutschen Konsulat, wo es einen kleinen Weihnachtsmarkt mit Christbaum, Glühwein und natürlich wieder frischen Thüringer Bratwürsten gab. Diesmal war der Meister persönlich am Grill, so dass die Würste noch besser schmeckten. Wirklich fit war ich aber auch nicht: schnell noch mal auf den Schoss vom Weihnachtsmann und dann ab in die Heia...

Peter und seine thüringischen Bratwürste

Tags darauf fuhren wir dann in Richtung Puno zur Bolivianischen Grenze. Auf dem Weg hielten wir so gut wie nicht an, da wir es genossen endlich wieder unterwegs zu sein. Auch Pachamama war uns hold und obwohl es links und rechts von uns regnete und stürmte, war über uns doch immer ein blauer Streifen schönen Wetters.

In Puno haben wir unsere Moppeds dann in der Lobby vom Hotel Europa abgestellt und den Portier dazu überredet auch noch die KLR von einem australischen Päarchen auch noch mit aufzunehmen. Eigentlich wollte er das nicht, da nun die Lobby ziemlich voll mit Motorrädern war. Mit den beiden haben wir uns am nächsten Tag zum Hafen aufgemacht. Da uns die im Hotel angebotene Tour zu den schwimmenden Inseln zu teuer erschien (25 Sol p.P.), versuchten wir unser Glück direkt bei den Booten. Mit Erfolg: 15 Sol p.P. (Rabatt und Studentenpreis für alle)!

Schwimmende Inseln

Um kurz nach 9 ging es bei besten Wetter mit dem Boot los über den ruhigen Titicaca-See ("Pumastein-See"). Bei den schwimmenden Inseln handelt es sich um Inseln, die aus Wurzeln und Schilf zusammen geschustert werden. Früher bauten und wohnten die Urus auf diesen Inseln und konnten sich so auch gegen die mächtigen Inka behaupten. Heute leben immernoch Menschen auf solchen Inseln, wobei der Hauptzweck der Tourismus ist und viele zum Teil auch eine Wohnung an der Ufer haben. Trotzdem sind die schwimmenden Inseln in Wirklichkeit eine kleine Stadt, in der es sogar eine Schule und andere öffentliche Gebäude gibt. Allerdings muss diese Stadt auch ständig renoviert werden, da die Wurzelblöcke nur ein paar Jahre ihre Schwimmfähigkeit behalten und das Schilf sogar alle 6 Monate erneuert werden muss. Obwohl der Motor unseres Bootes auf der Rückfahrt streikte und dann ausfiel, haben wir es Dank der Reparaturkünste der peruanischen Crew dann doch wieder zurück nach Puno geschafft.
Am Titicaca-See entlang ging es noch am selben Tag weiter zur bolivianischen Grenze, die wir innerhalb von 15 Minuten (Ausreise Peru wir + Motorräder und Einreise Bolivien wir + Motorräder) passierten...

Die zwei Aussies